Sonntag, 21. September 2014

Wespennest im Gewächshaus

In meinem Beitrag http://selbstversorger-garten.blogspot.de/2014/08/selbstversorgergarten-interessanter.html mutmaßte ich - neben anderen Themen -, dass Bienen sich in unserem Gewächshaus niedergelassen hätten. Nach einem Anruf bei einem Fachmann wurde ich allerdings darüber aufgeklärt, dass es Wespen sind, die sich oben unter dem Dach des Gewächshauses ihr Nest gebaut hatten. Hier ein Bild, das ich Ende August gemacht hatte:

Wespennest im Gewächshaus - August 2014
Mein Mann und ich haben ja vor, Bienen zu halten, aber da müssen wir noch viel lernen. Ich habe da noch überhaupt keine Ahnung, kann offensichtlich nicht einmal Bienen und Wespen voneinander unterscheiden.  Ich möchte ja die Bienen nur extensiv halten, also nicht unbedingt auf viel Honigertrag, sondern nur wegen der Bestäubung der Bäume und Pflanzen, was nicht so viel Aufwand beinhaltet. Informationen sind aber trotzdem notwendig.

Vielleicht kann ich zu meiner kleinen Ehrenrettung anmerken, dass ich beim Augenschein nicht so nah ans Nest ging. Da habe ich dann doch zu viel Respekt vor diesen Tieren. Auf dem Bild hätte ich jedoch mit bloßem Auge schon erkennen können, dass das vordere Tier auf der Wabe einen gelb-schwarz gestreiften Unterleib hat. Beim genauen Vergrößern sehe ich auch genau die schwarz-gelbe Zeichnung der Tiere.

Wespen Vergrößerung / Nahaufnahme - August 2014

Vielleicht war das Wunschdenken größer, dass sich ein wilder Schwarm Bienen in unserem Garten niedergelassen hat als der Wunsch, zu wissen, wer da genau die neuen Gäste im Gewächshaus sind.

Ich bekam bei dem Anruf beim Experten den Ratschlag, die Tiere zu töten, da die Gefahr bestünde, von ihnen beim Arbeiten im Gewächshaus angegriffen zu werden. Eigenschutz käme hier vor Tierschutz. Den Rat habe ich jedoch nicht befolgt. Es stimmt, das Gewächshaus ist nicht sehr hoch, das Nest also ziemlich nah über mir, wenn ich mich darin aufhalte.

Bisher hatte ich aber in meinem Erwachsenenleben - an entsprechende Ereignisse in meiner Kindheit kann ich mich nicht erinnern - nur eine einzige negative Erfahrung mit einer Wespe gemacht. Diese stach mich damals auch nur, weil ich ein T-Shirt anzog und nicht merkte, dass sie auf meinem Rücken saß. Das Tier war in Panik und stach mich, was nur logisch und verständlich war.

Ansonsten wurde ich noch nie von Wespen angegriffen, obwohl an meinem früheren Wohnort Wespen im Holzschuppen mehrmals ein Nest bauten, direkt gegenüber meinem bevorzugten Sitzplatz, an dem ich gerne Eis schleckte. Null Probleme mit Wespen! Ich bin aber auch nicht der Typ, der beginnt, hektisch und in Panik herumzufuchteln, wenn so ein Tier erscheint.

Also dürfen die Wespen auch hier leben. Mein Mann ist da meiner Meinung. Ich bin ja auch meist nur zum Gießen im Gewächshaus und vermeide dabei möglichst hektische Bewegungen. Gerade am Anfang machte ich beim Gießen Pausen, wenn ich sah, dass eine Wespe unruhig herumflog und in meine Richtung strebte. Inzwischen sind sie auch nicht mehr so mobil. Die Wespen werden nämlich vor dem Winter sterben. Nur die Königin überlebt und wird im Frühjahr einen neuen Staat bilden. Dass sie sich dann nicht wieder das Gewächshaus als Wohnung aussucht, müssen wir dann rechtzeitig zu verhindern wissen, bevor das kunstvolle Nest gebaut ist.

Es ist doch auch friedliche Co-Existenz zwischen Mensch und Tier möglich! Man muss nicht gleich, nur weil man Angst vor Tieren hat, diese töten. Weitere gute Informationen über dieses faszinierende Tier findet man auch bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Wespe.

Kommentare:

  1. Liebe Irmgard,
    wir mußten einmal jemand kommen lassen in früheren Jahren, der ein Wespennest am Haus beseitigte. Denn wir hatten 3 kleine Kinder und die Wespen waren auch nicht friedlich. Mich haben sie leider schon häufiger gestochen und zwar ganz ohne Gegenwehr! Es gibt leider auch angriffslustige Exemplare. Das mußte ich einmal feststellen, als wir ganz harmlos im Wald schlenderten, als eine Wespe wie eines dieser Flugzeuge vom 11. September geradewegs auf mich zuflog in vollster Absicht, wie es schien und zustach. Weder hatte ich auffallende Kleidung an, noch irgendeinen Parfüm-Duft an mir ... gerade was Wespen betrifft, bin ich daher überaus skeptisch! Denn mich stechen sie jedes Jahr.

    Mit Hornissen habe ich da andere Erfahrungen sammeln können. Sie habe ich als wirklich friedlich erlebt. Auch solche hatten wir unmittelbar am Haus früher und wir konnten sie dort belassen.
    Obwohl - als wir vor einer Weile in der Heide ein paar Tage verbrachten, begegneten wir einem Mann, der gerade am Gesicht von einer Hornisse gestochen wurde. Sie querte lediglich den Weg, auf dem er mit seinem Rad entlangfuhr und zack stach sie zu!

    Aber wenn Ihr nur zwei Erwachsene seid und alles ständig im Auge habt, kann es durchaus gutgehen oder wenn es sich um tatsächlich friedliche Wespen handelt.

    Die Idee mit den Bienen finde ich gut. Selbst in der Stadt werden bei uns inzwischen von Privatleuten Bienen gehalten. Und auf Obstplantagen halten die Obstbauern meist auch ihre eigenen Bienen zu eben dem Zwecke, den Du hier anführst.

    Liebe Grüße und eine schöne neue Woche
    Sara

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  2. Liebe Sara,
    bei kleinen Kindern würde ich wohl die Wespen auch umsiedeln. Ich selbst habe solch aggressive Exemplare ja noch nicht erlebt, wie Du beschreibst, und es wäre interessant, von einem Fachmann zu erfahren, warum Wespen oder Hornissen in solchen Fällen so aggressiv sind. Wenn ich später einmal etwas darüber erfahren sollte, werde ich es als Nachtrag hier reinschreiben.
    Vielen Dank und liebe Grüße, Irmgard

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    1. Das hört man öfter mal von den Wespen, so wie hier

      http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/oberoesterreich/Killer-Wespen-stechen-Frau-ins-Koma/152820362

      http://www.focus.de/panorama/welt/klassenfahrt-endet-im-krankenhaus-aggressive-erdwespen-attackieren-schuelergruppe_aid_1118587.html

      http://www.berliner-kurier.de/archiv/killerwespen-toeten-familienvater--47-,8259702,3978356.html
      (wobei es hier zumindest einen "Grund" gab)


      Unsere Wespen am Haus wurden damals vernichtet - darauf hatten wir keinen Einfluß - wir hatten uns an den Naturschutz gewandt. Umsiedeln von Wespen hat man damals nicht vorgenommen.
      So schaut das bei uns in dieser Sache jetzt aus:

      https://www.salzgitter.de/rathaus/fachdienstuebersicht/umwelt/sp_auto_4777.php

      Und irgendwo las ich über diese Killer-Wespen - daß amerikanische Wissenschaftler sie dahingehend gezüchtet hätten ... wie so häufig hat hier wohl auch der Mensch seine Finger im Spiel.

      Alles Liebe
      Sara

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    2. Liebe Sara,
      die Artikel werde ich mal durchlesen, wobei einige vom Titel her schon ziemlich reißerisch klingen, wie es bei den Medien oft der Fall ist. Da wird manche Sache aufgebauscht, weil es Aufmerksamkeit bringt. Die Leute haben ja sowieso Angst vor diesen Tieren, also wird das nochmal geschürt.
      Aggressivere Tiere zu züchten, kann sicherlich gelingen, aber "Killerwespen" klingt für mich eher wie ein schlechter Thrillertitel als eine Tatsache.
      Den Artikel vom Berliner Kurier habe ich gerade gelesen. Die Erdwespen haben natürlich in ihrer Panik, weil ihr Nest zertört wurde, den Mann gestochen. Dass der Mann alleine an den Wespenstichen starb, lasse ich aber jetzt mal dahingestellt. Ich denke auch, wenn der Mann sofort einen Notarzt angerufen hätte, hätte man ihm wohl noch helfen können. Darum ist es so wichtig, immer sein Handy bei sich zu haben, vor allem mit vollem Akku! Denn es kann ja so einiges passieren, wenn man alleine draußen ist. Eine frühere Bekannte hatte sich beim Wandern das Bein verknaxt. Darum habe ich immer mein Handy bei mir, und zwar am Körper, und nicht im Auto, da hilft es nichts mehr, wenn man bewegungsunfähig ist oder es schnell gehen muss.
      Danke für den letzten Link, der die momentanen Regelungen gut beschreibt! Viele wissen gar nicht, dass man die Wespen und Hornissen nicht so einfach töten darf.
      Danke und liebe Grüße, Irmgard

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  3. Liebe Sara,
    jetzt habe ich auch die beiden anderen Artikel gelesen. Im focus-Artikel ist zu lesen, dass die Kinder von Stichen übersät waren. Sie mussten zwar im Krankenhaus behandelt werden, aber es war nicht lebensbedrohlich. Lebensbedrohlich ist ein allergischer Schock, wie in dem Bericht aus Östereich beschrieben. Da müssen die Leute wirklich aufpassen. Dieser anaphylaktische Schock ist sehr gefährlich und kann sich innerhalb weniger Stiche aufbauen, siehe auch hier den Wikipedia-Artikel:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Anaphylaxie
    Gerade auf Bienen- und Wespenstiche baut sich oft diese besondere Allergie auf. Man kann aber hier, wenn man das weiß, mit einer Hyposensibilisierung gegensteuern, wobei der Körper nach und nach, erst mit sehr kleinen Dosierungen, dann immer höhere Dosierungen, an das Bienen- oder Wespengift gewöhnt wird. Ein Bekannter konnto so erfolgreich gegen diesen Allergischen Schock angehen. Vorher musste er ständig ein Notfallset dabei haben, für den Fall eines Stiches. Denn in den Fällen genügt bereits ein einziger Bienen- oder Wespenstich! Da braucht es keine Killerwespen. Auch bei dem Fall im Berliner Kurier wird es solch ein anaphylaktischer Schock gewesen sein, im Volksmund auch Allergischer Schock genannt, wenn der Mann an den Stichen gestorben ist. Die Kinder waren ja nach vielen Stichen auch nicht tot, laut focus-Artikel. Solche undifferenzierten Artikel schüren nur die Angst. So etwas finde ich unverantwortlich von den Machern der Magazine. Die sollten lieber über diesen anaphylaktischen Schock aufklären, und wie man ihn relativ leicht mit Hyposensibilisierung überwinden kann. Die Behandlung dauert zwar lange, aber man schwebt dann nicht mehr quasi ständig in Lebensgefahr.
    Liebe Grüße nochmal, Irmgard

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  4. Nachtrag: Das mit den Erdwespen ist als Gefahr nicht von der Hand zu weisen. Ich werde in Zukunft beim Mähen der Streuobstwiese, das mein Mann mit dem Freischneider macht und ich zusammenreche oder Äpfel aufklaube, nicht nur das Handy dabei haben, sondern auch Calciumampullen als Notfallhilfe, falls sich eine Allergie aufgebaut hätte, die nicht bemerkt worden wäre.

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