Freitag, 13. April 2012

Pikieren und Einpflanzen von Sämlingen

Letzten Freitag (13. April) war wieder Sonnenschein, nachdem es in den letzten Tagen davor mehrmals Regen gab und die Temperaturen ziemlich niedrig waren. Draußen hatte es gerade 11 Grad im Schatten. Ich machte Mittagspause und erstellte diesen Beitrag. Heute komme ich erst dazu, ihn online zu stellen. In der letzten Zeit kam ich vor lauter Arbeit nicht zum Bloggen, oder ich war zu müde dazu. In Haus und Garten ist so viel zu tun, dass wenig Zeit und Kraft für Sonstiges bleibt.

Am Freitag war ich weiter damit beschäftigt, die Pflanzen, die ich angesät hatte, zu pikieren und einzupflanzen. Am 21. und 23. März hatte ich etliche Gemüse und Blumen angesät und oben auf dem Dachboden nahe an das Dachfenster gestellt, damit die Pflänzchen genügend Licht bekamen, aber an zu warmen Tagen nicht verbrannten. Inzwischen war es höchste Zeit, dass einige davon pikiert wurden. Die weißen Kohlrabi- und die Brokkoli-Pflänzchen waren schon fast zu lang.

Die Kohlrabi-Pflänzchen (Mayer`s Kohlrabi "Delikatess Witte") pikierte ich bereits am Mittwoch davor und setzte sie dabei etwas tiefer, so dass die langen Pflanzenhälse mehr Stand bekamen. Ich hoffe, dass sie sich noch einigermaßen normal weiter entwickeln, genauso wie die Brokkoli-Pflänzchen (Gartenland Brokkoli "Premium Crop"), mit denen ich am Freitag das selbe machte.

Die Samen kaufte ich bei Lidl, Penny oder Netto, wo sie sehr billig waren, wesentlich billiger als im Samenhandel (die einfachen Samentüten 0,19 Euro, die teureren - allesamt F1-Hybriden - 0,49 Euro). Dafür nahm ich in Kauf, dass teils wenig Samen in den Tütchen waren, und dass teilweise auch ganz wenig Samen aufgingen. Bei den Tomaten ging die Stabtomate "Harzfeuer" sehr gut auf, die Cherrytomaten "Chicco Rosso" und die Mischung zeigen bisher nur zwei bzw. drei Pflänzchen. Die Auberginen-Mischung zeigt noch gar keine, der Patisson-Kürbis "Sunburst" auch erst einige Pflänzchen. Aber da können auch die niedrigeren Temperaturen der Grund sein, auch wenn es oben am Dachboden wärmer ist als sonst im Haus.

Den Kürbis "St. Martin" (Laternenkürbis) und den Zucchini "Diamant" (sehr früh reifend, dunkelgrün) pflanzte ich in 500ml-Buttermilch- und Joghurt-Becher, die ich gesammelt hatte. In diesen hohen Bechern können sich mehr und längere Wurzeln bilden als in den normalen Pflanztöpfen. Den Trick habe ich mir von meiner früheren Schwieger-Oma abgeschaut, die bei diesen Sachen sehr findig war. Sie hatte immer Tomaten in solchen Töpfen gezogen.

Ich stieß mit einer scharfen Schere vier Löcher hinein, und zwar nicht in den Boden, sondern seitlich an der untersten Stelle. Ich hatte nämlich festgestellt, dass die Löcher sich manchmal zusetzen, wenn sie unten sind. Bei seitlichen Löchern besteht diese Gefahr weniger.

Laut Packung sollte ich bei dem Kürbis 5 bis 8 Pflanzen aus der Samenpackung bekommen; 10 Pflanzen wurden es. Bei den Zucchini sollten es 6 bis 10 Pflanzen sein, ich bekam 15 Pflanzen.

Hier sieht man die Pflanzschale mit den verschiedenen Sorten Pflänzchen. Rechts sind die Zucchinipflanzen zu sehen.

Einen Pflanztisch habe ich noch keinen. Kaufen will ich ihn nicht, weil wir ihn selbst billiger und nach eigenen Wünschen zusammenschrauben können. Außerdem haben wir dafür wenig Platz hinterm Haus oder unten im Garten und ich sehe die Gefahr, dass der Pflanztisch dann ständig im Weg ist. Ich habe eine andere Lösung gefunden: Ich drehe die Deckel der Wasserbehälter um, so dass ich die Pflanzschalen darauf stellen kann. Es hat genau die richtige Arbeitshöhe.

Ich nehme eine größere flache Pflanzschale, die ich mit Pflanzerde fülle. Den Buttermilchbecher mache ich halb mit Erde voll. Dann stellte ich den Becher in die Schale.

Mit der linken Hand halte ich die Pflanze fest, mit der rechten heble ich sie vorsichtig mit einem Stab, ohne die Wurzeln zu beschädigen, aus der Erde.




Die Pflanze stelle ich mittig in den Becher, so dass sie in der richtigen Höhe aus dem Becher ragt. Ich halte sie vorsichtig fest, während ich mit der rechten Hand aus der Pflanzschale rundum Erde fülle (auf dem Bild halte ich sie nur für das Fotografieren fest, zum Befüllen muss ich schon anders zugreifen).

Zwischendurch immer wieder rundum festdrücken, damit die Pflanze gut Kontakt zur Erde hat.

Oben noch einen Rand lassen für das Gießwasser. Fertig. Mit den anderen Pflänzchen verfahre ich ebenso.

Die Becher stelle ich in einen Behälter, den ich bei einem Gartenmarkt mitgenommen habe. Dort gab es einige von dieser Sorte und man konnte sie kostenlos mitnehmen. Die Becher passen genau in die Behälter hinein, ohne umzufallen.

Die Pflanzen wurden noch begossen und standen tagsüber an einem etwas schattigeren Platz im Garten, damit sie in der ungewohnt prallen Sonne nicht Brandflecken bekommen (war mir schon einmal passiert, als ich Pflänzchen aus dem Haus direkt in die Sonne stellte; die Pflanzen sehen dann an den Brandstellen richtig ausgebleicht aus).

Nachts holte ich sie wieder herein und tagsüber wurden sie wieder hinaus gebracht, damit sie sich an das normale Klima draußen gewöhnen können.


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Am Samstag (14. April) baute mein Mann eine Art Kleingewächshaus für diese und die anderen Pflanzen, die ich pikiert hatte. Es ist ein Überbau über ein Gartenbeet, mit den Maßen: L 2,00 m x B 1,05 m x H 0,50 m. Mein Mann baute dafür ein Gestell aus sägerauem Lattenholz. An die Stirnseiten schraubte er Stegdoppelplatten aus Plexiglas, die wir mal geschenkt bekamen, seitlich und oben verarbeitete er zwei flexible Stegplatten vom Baumarkt, eine davon der Länge nach mittig zerteilt (für die Seitenteile). Eine Platte kostete fast 30 Euro, dafür wird aber eine 10-Jahre-Garantie gegeben. Sie ist UV-beständig. Die Folien, die man auch verwenden könnte, werden schnell brüchig und müssen somit bald wieder erneuert werden. Da ist der Preisvorteil schnell dahin, abgesehen vom Umweltaspekt.

Am Samstagabend war mein Mann fertig. Ich legte auf das Beet, das ich vorher mit dem Rechen gerade zog, ein Winterschutzvlies als Schutz für die Pflanzen vor der Kälte von unten. Dann stellte ich die ganzen Behälter mit pikierten Pflanzen darauf. Am Schluss trugen mein Mann und ich das Teil in den Garten, stellten es auf das Beet und ich glich mit dem Rechen die kleinen Unebenheiten des Beetes aus, indem ich etwas Erde dorthin schob, wo Lücken waren.


Seitdem war es in der Nacht jeweils ganz schön kalt, heute morgen war im Garten Reif zu sehen und die Temperatur war um die Nullgrenze. Die Pflänzchen haben bisher keinen Schaden genommen. Heute Mittag ist es wieder voll sonnig und es sind bereits am Haus im Schatten 13 Grad, im Garten bei praller Sonne entsprechend mehr. Ich habe unter die Ecken an einer Seite jeweils einen Stein gestellt, so dass Luft darunter zirkulieren kann. Abends kommen die Steine wieder weg, so dass der Beet-Überbau mit der Erde abschließen kann und gut gegen die Kälte isoliert.