Sonntag, 20. Januar 2013

Bestellungen - Dicke Bohnen - und das EU Saatgutverkehrsrecht

Jetzt, da bald die Zeit beginnt, in der die ersten Pflanzen angesät und vorgezogen werden, wird es höchste Zeit, dass ich das entsprechende Saatgut bestelle. Einiges habe ich ja schon daheim, aber Etliches muss ich noch bestellen. Gerade bin ich noch dabei, das Bestellheft "Saaten und Taten 2012" von Dreschflegel durchzusehen, für die nächste dringende Bestellung. Einiges kann nämlich schon im Februar gesät werden, wie z. B. Puffbohnen.

Puffbohnen, auch Dicke Bohnen genannt, Vicia faba, hatte ich letztes Jahr zum ersten Mal angebaut. Die Empfehlung dafür las ich in dem Buch "Selbstversorgung aus dem Garten" von John Seymour, das ich wieder einmal durchforstet hatte. Dieses Buch ist ja ein richtiges Grundlagenwerk für Leute, die sich weitgehend selbst versorgen wollen. Es stammt aus den 70er Jahren, aber es ist heute noch aktuell und gültig.

In dem Buch wurde angeführt, dass die Puffbohne für den Selbstversorger eine der wichtigsten Pflanzen wäre und ihn und seine Familie das ganze Jahr hindurch ernähren könne. Die Versorgung mit eiweißreicher Pflanzenkost könne während des ganzen Winters und auch im Sommer sichergestellt werden. Leider hatte ich nicht die Empfehlung beachtet, die Bohnen schon Mitte Februar zu säen.

Das geschieht jedoch aus gutem Grund. Zum einen ist die Pflanze recht frostunempfindlich und entwickelt sich im Frühjahr schnell, so dass es gut ist, dies auszunutzen, um so früh wie möglich die erste eiweißreiche Nahrung aus dem Garten ernten zu können. Und zum anderen wird gerade diese Bohne mit der Schwarzen Bohnenblattlaus befallen. Je früher die Pflanze wächst, umso weniger Angriffspunkt hat die Blattlaus.

Ich setzte die Bohnen letztes Jahr recht spät, im April. Sie waren noch nicht sehr groß gewachsen, als sie schon an den Triebspitzen über und über mit schwarzen Läusen befallen waren. Diese Triebspitzen konnte ich nicht, wie empfohlen, abzwicken, um den Läusen die Nahrung zu entziehen, denn an den Pflanzen war ja kaum etwas dran. Ich hatte ja nur eine Reihe Puffbohnen gesteckt, aber die Ernte war mehr als jämmerlich. Ich konnte nur eine Handvoll Bohnen ernten.

Dieses Jahr fange ich rechtzeitig an, ganz bestimmt. Im Februarheft 2013 der "Kraut & Rüben" wird sogar empfohlen, die Bohnen ab Ende Januar vorzuziehen, um sie noch früher ins Beet setzen zu können. Vielleicht mache ich das auch. Allerdings nicht auf die Weise, wie es vorgeschlagen wurde.

Die Idee, Papprollen von Toilettenpapier oder Küchenrolle (diese dann in Teile geschnitten) als Hülle für die Pflanzerde zu nehmen und darin Pflanzen heranzuziehen, hatte ich auch schon, aber mein Mann gab mir zu bedenken, wie viele Schadstoffe in diesen Kartonagen drin sind. Ich möchte ja unser Essen mit so wenig Schadstoffen wie möglich belastet wissen, und darum werde ich Alternativen wählen, die weniger schadstoffbelastet sind.

 Zurück zum Dreschflegel-Versand. Der hat sage und schreibe fünf Sorten dieser Bohne und beschert mir damit die Qual der Wahl. Ich habe mir die Sorten "Osnabrücker Markt" und "Karmesin" vorgemerkt (beides freie Sorten des Dreschflegel e. V.), wobei die Sorte "Karmesin" noch leuchtend rot blüht und damit zur Zierde des Gartens beiträgt. Die Sorte vom letzten Jahr, die ich im normalen Gartenhandel gekauft habe, blühte weiß.

Jetzt muss ich nur noch schauen, dass ich meine Bestellung zügig losschicke, damit ich bald möglichst mit dem Vorziehen der Puffbohnen beginnen kann. ....... Und ich muss sehen, dass ich nicht vor Begeisterung mehr bestelle, als ich in meinen Gärten unterbringe und verarbeiten kann *zwinker*.

Ein Bild von Puffbohnen kann ich leider nicht vorweisen,
aber ein kleines Stimmungsbild nach frisch gefallenem Schnee.


P. S. Wer übrigens weitere Informationen zu dem traurigen Thema nachlesen will, dass in Brüssel das EU Saatgutverkehrsrecht überarbeitet werden soll - und höchstwahrscheinlich die großen Saatgutkonzerne ihre Interessen durchsetzen werden - kann das HIER (dreschflegel-verein.de) und HIER (arche-noah.at) tun. Die Monopole der Großkonzerne werden weiter gestärkt, wenn die befürchtete Lösung kommt, und es verschwinden immer mehr alte Sorten vom Markt. Mehr Vielfalt, weniger Eintönigkeit bei den Saatgutsorten, keine Illegalisierung von Weitergabe eigenen Saatgutes - ich habe bereits eine Petition mit unterschrieben. Wem auch dieses Thema am Herzen liegt, kann HIER (Link: seedforall) unterzeichnen.